17.03.2017 - 11:00 HSH Nordbank

Devisen weekly: EUR/USD auf Monatshoch, Pfund erneut unter Druck

EUR/USD: Der Euro liegt bei 1,073 US-Dollar und legte im Vergleich zur Vorwoche um 1,9 % zu. Während EZB-Präsident Draghi auf der letzten Zinssitzung an der ultralockeren Geldpolitik festhielt, stützten Anhebungen der Wachstums- und Inflationsaussichten den Euro zunächst. Die gestrige Zinssitzung der Fed schwächte dagegen den US-Dollar. Das FOMC beschloss zwar die erwartete Zinsanhebung auf die Bandbreite zwischen 0,75 bis 1 %. Entscheidend für den Verlust des Greenbacks war jedoch, dass für 2017 an insgesamt drei Zinsschritte statt der diskutierten vier festgehalten wurde. Die US-Arbeitslosigkeit (4,7 %, Konsens: 4,8 %), die CPI-Inflationsrate für Februar (2,7 % YoY, Konsens: 2,7 %) sowie ein Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 0,2 % (MoM) hatten zuvor entsprechende Hoffnungen genährt. Der gestrige Wahlsieg Mark Ruttes über Geert Wilders in den Niederlanden wie auch die Fed-Sitzung hoben den Euro auf ein Ein-Monatshoch von 1,074 EUR/USD.

Der japanische Yen notiert bei 113,3 USD/JPY und fiel um 1 % zur Vorwoche. Die US-Arbeitsmarktdaten und die japanische Industrieproduktion für Januar (3,7 % YoY) sorgten für wenig Bewegung. Mit der gestrigen Leitzinsanhebung der Fed sank der US-Dollar dann auf 113,3 Yen. Der Grund: Einige Marktteilnehmer hatten erwartet, die Fed werde ihr angekündigtes Zinsanhebungstempo erhöhen. Stattdessen geht die Mehrheit der Fed-Mitglieder von drei Zinsschritten für 2017 aus. Die Entscheidung der Bank of Japan, den Leitzins bei -0,1 % beizubehalten, überraschte nicht, da laut BOJ das Inflationsziel von 2 % noch in weiter Ferne liege (CPI-Inflation Januar: 0,4 % YoY).

Das britische Pfund Sterling notiert derzeit bei 0,874 EUR/GBP und wertet um 0,8 % ab. Die Äußerungen Draghis auf der EZB-Zinssitzung vergangenen Freitag bzgl. geringerer Wachstumsrisiken schickten den Euro nahe des 2017-Jahreshochs von 0,885 Pfund Mitte Januar. Am Montag sorgte die Ankündigung eines erneuten Unabhängigkeitsreferendums von Schottlands Regierungschefin Nicola Sturgeon für Herbst 2018 für weitere Unsicherheiten inmitten der wohl schon Ende März beginnenden Brexit-Verhandlungen. Stunden zuvor passierte der Gesetzesentwurf zum Austritt gem. Art. 50 des EU-Vertrages das britische Unterhaus und machte den Weg für den Austrittsantrag frei. Das Pfund konnte sich mit starken Januar-Arbeitslosenzahlen von 4,7 % leicht erholen. Der Wahlsieg Ruttes in den Niederlanden stützte den Euro am gestrigen Abend hingegen deutlich. Von der heutigen Sitzung der Bank of England werden keine monetären Schritte erwartet. Das Pfund dürfte weiter unter Abwertungsdruck stehen.

Die Währung der Eidgenossenschaft liegt mit 1,072 EUR/CHF um 0,2 % über dem Wert der vorherigen Berichtswoche. Im Vorfeld der Wahlen in den Niederlanden und des Brexit-Austrittsgesuchs stand der Franken wieder unter besonderem Aufwertungsdruck. So weitete die SNB ihre Sichteinlagen um 2 Mrd. CHF (+0,4 %) aus, um der Aufwertung entgegenzuwirken. Die SNB verkündete zur Leitzinsentscheidung heute (15.03.), dass sie weiterhin gewillt ist, auf dem Devisenmarkt zu intervenieren. Der Schweizer Franken sei „signifikant überbewertet“. Die SNB beließ den Leitzinssatz wie erwartet unverändert bei -0,75 %. Der Wahlsieg von Mark Rutte in den Niederlanden stärkte zudem den Euro und gibt Zuversicht in Hinblick auf die kommende Wahl in Frankreich.


Hier können Sie das "Wochenbarometer" mit aktuellen News zu den Kapitalmärkten und weitere Research-Publikationen herunterladen.